Leistenbruch, Bauchdeckenbruch und mehr – was tun?

Interessierte Betroffene und Angehörige am 23. Februar zu erstem Stammtisch eingeladen / Selbsthilfegruppe geplant

BÜRSTADT – Rund 140.000 Betroffene sind alleine in Deutschland von Hernien betroffen. Eine Hernie ist eine Vorwölbung durch eine Lücke in der Bauchwand. In diese Bruchlücke können Darm oder andere Organe einklemmen. Zu den bekanntesten Fällen gehören hierbei der Leisten-, den Narben- oder der Nabelbruch. Allerdings gibt es auch wesentlich schwerwiegenderer Fälle wie den Bauchdeckenbruch und viele Brüche, die häufig unerkannt bleiben – so etwa den Zwerchfellbruch. Die einzige Möglichkeit, eine Hernie zu entfernen, ist eine Operation.
Sowohl für Betroffene als auch für deren Angehörige ist der Austausch persönlicher Erfahrungen wichtig. Aus diesem Grund möchte die Bürstädterin Sibylle Schmenger einen Stammtisch ins Leben rufen – mit der Option und dem Wunsch, diesen bei entsprechendem Interesse zu einer Selbsthilfegruppe auszuweiten. Sowohl beim Stammtisch als auch bei der geplanten Selbsthilfegruppe soll die Möglichkeit bestehen, miteinander zu reden, sich auszutauschen und besonders denjenigen, die vor einer Operation stehen, Informationen zu bieten. Wichtig ist zudem, bei den Angehörigen und im persönlichen Umfeld der Betroffenen für Verständnis zu werben.
Der erste Stammtisch für Hernie-Betroffene und -Angehörige findet am Samstag, 23. Februar, um 18 Uhr im Ratskeller, Peterstraße 24, in Bürstadt statt – im Anschluss soll dieser regelmäßig stattfinden. Zur genaueren Planung wird darum gebeten, dass sich Interessierte bitte bis zum 18. Februar per E-Mail unter herniebuerstadt@yahoo.com oder telefonisch unter 0179-3790325 bei Sibylle Schmenger zu melden. Interessierte, die am 23. Februar keine Zeit haben, aber dennoch gerne am Stammtisch oder einer Selbsthilfegruppe teilnehmen möchten, können sich selbstverständlich ebenfalls gerne melden. „Wir würden uns sehr über zahlreiche Interessiert freuen”, lädt Sibylle Schmenger ein.
Bisher gibt es in Deutschland nur eine Selbsthilfegruppe für Hernien – im nordrhein-westfälischen Hagen. In Bürstadt könnte schon bald die zweite ihrer Art folgen, mindestens sechs Personen sind für die Gründung notwendig. Sowohl für die Stammtische als auch insbesondere für die Treffen der möglichen Selbsthilfegruppe sind zudem Vorträge von Fachärzten und Professoren geplant, unter anderem zur Fragestellung „Wie kann ich einen weiteren Bruch verhindern?”

Benjamin Kloos, Redaktion Tip Südhessen, Januar 2019